Von den Batteriespeichern werden sowohl der Staat als auch die Kunden profitieren, sagt Martin Pich

Batteriespeicher entwickeln sich rasch zu einem zentralen Bestandteil der modernen Energiewirtschaft. Dabei geht es nicht nur um die Technologie, sondern auch um eine neue Möglichkeit, von Flexibilität zu profitieren und gleichzeitig das Netz zu stabilisieren. Wie genau dieses Geschäftsmodell in der Praxis funktioniert, erläutert Martin Pich, Leiter des Geschäftsbereichs Trading bei MND.

Batteriespeicher sind ein neues Geschäftsfeld, in das MND vorstößt. Davon werden aber auch der Staat und die Endverbraucher profitieren – wie?
Für den Staat bzw. das Stromnetz helfen Batterien dabei, Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch auszugleichen. Dadurch senken sie die Kosten für die Netzsteuerung und erhöhen gleichzeitig dessen Durchsatz, was dazu führen kann, dass günstigerer Strom aus dem Ausland nach Tschechien gelangt.
Für die Kunden bedeutet dies langfristig einen Druck auf die Preise, da die Batterien eine bessere Nutzung günstiger Energie aus erneuerbaren Quellen in Zeiten ermöglichen, in denen Strom teuer ist.

Wie wird MND den Batteriespeicher in Břeclav nutzen?
Wie bei anderen Projekten werden wir ihn sowohl für kommerzielle als auch für technische Flexibilität nutzen. Unser Ziel ist es, den Betrieb über alle Marktsegmente hinweg zu monetarisieren – vom Day-Ahead-Handel (Handel am Vortag auf Basis geplanter Preise) und Intraday-Handel (Handel im Tagesverlauf entsprechend der aktuellen Situation) bis hin zu Dienstleistungen im Bereich der Leistungsbilanzierung und Abweichungsregelung.

Was bedeutet das konkret in der Praxis?
Bei den Leistungsausgleichsdiensten bieten wir beispielsweise dem Übertragungsnetzbetreiber ČEPS Batteriekapazität an. Für die Zukunft erwarten wir die Entwicklung ähnlicher Dienste auch auf der Verteilungsebene, sei es in Form von dynamischen Tarifen oder klassischen Unterstützungsdiensten. Daneben nutzen wir die Batterie auch auf dem Großhandelsmarkt.

Es wird viel über Algo-Trading gesprochen – wie funktioniert das bei Batterien?
In der Praxis bedeutet dies die Erfassung und Auswertung großer Datenmengen aus ganz Europa. Auf dieser Grundlage erstellen wir Preisprognosen und entscheiden, wann die Batterie geladen und wann Energie verkauft werden soll. Dieser Prozess läuft ununterbrochen – alle 15 Minuten erhält die Batterie eine Anweisung, wie sie sich verhalten soll.

Ist das etwas, das Sie bereits im Rahmen des Dienstes „Flexibilität im Einzelhandel“ ausprobiert haben?
Ja. Wir nutzen unsere Algorithmen, die moderne KI-Technologien einsetzen, nicht nur für flexible Energiequellen, sondern auch für den Handel auf den europäischen Märkten. Sie haben sich also in der Praxis bewährt. Wir setzen sie bei Batteriespeichern, Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken ein und bieten sie gleichzeitig auch Dritten an.

Inwiefern unterscheidet sich das von Batterien in Privathaushalten?
Das Prinzip ist ähnlich, aber große, eigenständige Batterien verfügen über eine deutlich höhere Flexibilität. Sie richten sich in erster Linie nach den Marktbedürfnissen und den technischen Parametern des Netzes, während bei Hausbatterien der Verbrauch des jeweiligen Haushalts die Hauptrolle spielt.

MND plant den Bau weiterer Speicheranlagen in Tschechien und im Ausland – werden Sie diese auf die gleiche Weise steuern?
Die Grundprinzipien bleiben gleich. Es unterscheiden sich lediglich die Einstellungen der Algorithmen je nach konkretem Markt, insbesondere im Bereich der Unterstützungsdienste.

Martin Benes
Chefredakteur

Andere Artikel

Fortführung der Gasverstromungsprojekte

Derzeit arbeiten wir intensiv an zwei neuen Energieprojekten: Wir bauen zum einen die Hilfsstromquelle (ZPPS) Hrušky 5 und zum anderen die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) SNaPS Ždánice.

13.12.2025

Wie sieht es auf den Energiemärkten vor dem Winter aus?

Die Gasversorgung der europäischen Länder ist in der ersten Winterhälfte sehr komfortabel. Die Gasimporte aus Norwegen und die Flüssiggasimporte aus Übersee verlaufen reibungslos. Die Speicher wurden vor dem Winter ausreichend gefüllt, und die Wettervorhersagen deuten bislang eher auf einen wärmeren Winter hin.

13.12.2025

Die Unruhe an den Märkten hält an

In diesem Sommer, der normalerweise eine Zeit der Ferien und der Erholung ist, war die typische Ruhe an den Märkten überhaupt nicht zu spüren. Ganz im Gegenteil. Der häufige Wechsel in der Haltung der USA hat immer wieder für Chaos und schwer vorhersehbare Kursbewegungen gesorgt.

18.09.2025
Datenschutz und Cookie-Einstellungen 🍪

Die Website verwendet Cookies, um Dienste anzubieten, Anzeigen zu personalisieren und den Datenverkehr zu analysieren.

Indem Sie unten auswählen, erklären Sie sich mit unserer Datenschutz- und Cookie-Richtlinie einverstanden. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit ändern.

Anpassen