Handel 2025: Volatilität und neue Chancen

Das Jahr 2025 war für Handelsaktivitäten ungünstig. Seit dem Amtsantritt der neuen Regierung in den USA brach ein unvorhersehbares „Chaos“ der Zölle aus. Die Märkte konnten damit nicht umgehen – und uns erging es nicht anders. Es kam zu sprunghaften Schwankungen bei den Preisen für Energie-Rohstoffe, allein aufgrund von Äußerungen Donald Trumps auf Twitter oder als Reaktion auf eine Schlagzeile, obwohl diese keine neuen Informationen enthielt. Eine sehr unglückliche Zeit.

Die zeitliche Verteilung der Gaspreise erlaubte keinen sinnvollen Erwerb von Gasspeicherkapazitäten für die Saison 2025, weshalb wir uns auf den Erwerb von Kapazitäten für die Jahre 2026–2028 konzentriert haben. Wir hoffen, dass es in diesem Zeitraum bereits möglich sein wird, diese Art von Flexibilität zu monetarisieren.

Trotz der für uns ungünstigen Bedingungen haben wir unsere Kosten gedeckt. Wir haben zwar nicht das geplante Ergebnis erzielt, dennoch halte ich das Jahr 2025 angesichts der Umstände für solide.

Ich möchte jedoch einige positive Ereignisse hervorheben. Die geografische und produktbezogene Breite unserer Aktivitäten ermöglichte es uns, die oben beschriebenen Risiken abzufedern und auf Märkten zu profitieren, auf denen eher lokale Einflüsse vorherrschten. Wir waren in der Region Ungarn (Strom) und bei ausgewählten Erdölprodukten erfolgreich. Es ist uns gelungen, einen Jahresvertrag über den Kauf von Flüssigerdgas (LNG) mit Lieferung nach Deutschland abzuschließen.

Ein großer Schritt war die Entscheidung, ein eigenes Handelssoftwaresystem, das sogenannte ETRM, zu programmieren, das uns zur Erfassung, Darstellung und Auswertung von Geschäften dient. Mit unserem derzeitigen Dienstleister waren wir seit Langem unzufrieden. Wir werden im Laufe des Monats Mai 2026 auf das neue System umstellen. Dies wird nicht nur unsere Betriebskosten senken, sondern auch unsere Flexibilität erhöhen und unsere Abhängigkeit von Zulieferfirmen verringern.

Ein weiterer wichtiger Schritt waren Projekte zum Bau von Batteriespeichern (BESS) und die Vorbereitung der gesamten Handelsinfrastruktur rund um diese – von den Kommunikationswegen über die Modellierung der Ergebnisse bis hin zur Fertigstellung von KI-Modellen zur Optimierung. Mit der kommerziellen Verwaltung des ersten BESS sollen wir etwa ab März 2026 beginnen. Nach und nach werden weitere BESS aus dem MND-Portfolio in der Tschechischen Republik und in Deutschland hinzukommen.

Das Jahr 2026 steht ganz im Zeichen von KI-Modellen und deren Anwendung auf neuen Märkten. Ende letzten Jahres haben wir sie auf dem Strommarkt in den Niederlanden aktiviert. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 werden wir sie auf den Märkten in Ungarn, Österreich, Polen und Italien einsetzen.

Wir haben eine Zusammenarbeit mit Entwicklern und Investoren im Bereich BESS aufgenommen, um unsere Dienstleistungen zur Optimierung und Monetarisierung ihrer flexiblen Ressourcen, vor allem Batteriespeicher und Photovoltaik, anzubieten. Unser Ziel ist es, mit diesem Service in die oben genannten Länder vorzudringen. Wir sind bereit, uns auch auf weitere Länder zu konzentrieren, die ein solches Potenzial bieten, beispielsweise Rumänien oder Schweden.

Wir möchten zudem den Abschluss weiterer LNG-Verträge mit Lieferung in die Niederlande vorantreiben. Gleich zu Beginn des Jahres haben wir Verhandlungen mit dem norwegischen Unternehmen Equinor über Gaslieferungen nach Deutschland und Tschechien aufgenommen.

Wir erörtern zudem mit Kollegen aus der E&P-Sparte Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf dem ukrainischen Markt. Dort zeichnen sich interessante Handelsmöglichkeiten und Synergien sowohl im Gas- als auch im Strombereich ab.

Martin Pich
Direktor der Abteilung Handel

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